Das Jahr geht zu Ende – Danke 2018

Ich weiß, es war hier in den letzten Wochen und Monaten ziemlich still. Mir fehlt einfach viel zu oft die Kraft, um am Ende des Tages, wenn Partnerin und Kinder bereits im Bett liegen, noch einen halbwegs ausführlichen Text für den Blog zu schreiben. Jetzt könntet ihr erwidern: „Mach doch jeden Tag einen Absatz; Schreib in Etappen.“
Was sich so einfach und logisch anhört, ist in Wahrheit eine äußerst schwierige Aufgabe. Ich schreibe am liebsten an einem Stück. Ansonsten laufe ich Gefahr, Wiederholungen in meine Texte einzubauen. Das am Ende wieder fehlerfrei rauszufiltern kostet Kraft. Auch in diesem Moment quäle ich mich eher. Ich zwinge mich aber aus gutem Grund zu diesem Beitrag, der mir wichtiger ist als all die Anstrengung schlimm. Morgen ist Heiligabend.

Wir feiern jetzt zum zweiten Mal gemeinsam in unserer eigenen Wohnung. Wir, das sind meine Partnerin (Daniela) und unsere Jungs (Dino, 6 und Joschua, 2). Während ich nach dem Aufstehen meinen morgendlichen Routinen nachgehen werde (immerhin reden wir von 1-2 Stunden), wird meine Partnerin noch die letzten Einkäufe (wir haben bis auf frisches Obst bereits die Vorräte aufgefüllt) besorgen und Geschenke der Verwandtschaft in Empfang nehmen und unbemerkt zu den anderen Geschenken stellen. Im Anschluss geht es dann um den Mittagschlaf des Kleinen, den allwöchentlich Putztag im Kinderzimmer und die Vorbereitung des Essens (Braten, Klöße und Rotkohl). Mein Part wird vor allem in der Kinderbetreuung liegen. Zu dem Thema möchte ich an anderer Stelle bloggen, aber soviel sei verraten: Schon eine halbe Stunde ist grenzwertig. Ich wuchte meinen 1,87 Meter langen Körper in kindgerechte Positionen und spiele mit Spielzeug, dass mir im Erwachsenenalter dann doch weniger Freude bereitet als ich mir in jungen Jahren je vorstellen konnte. Am meisten Spaß macht da noch der Bau von Brio-Strecken.

Tim Ugly Weihnachtsbaum
Frohe Weihnachten und ganz viel Liebe für meine Leserschaft und Unterstützer.

Der Tag wird an meine Ressourcen gehen und trotzdem freue ich mich drauf. Ich weiß, wie sehr man sich als Kind auf Weihnachten freut und möchte es den Jungs so schön wie möglich gestalten. Für den Großen könnte es das letzte Mal sein, wo er noch an den alten Mann vom Nordpol glaubt, der von seinen Rentieren gezogen mit dem Schlitten quer über den Globus fliegt und der dabei nicht aus nächster Nähe gesehen werden möchte, da die Kinder seinen Bart so gern auf Echtheit testen. Für uns, die wir zwar getauft, allerdings nicht wirklich gläubig sind, ist es vor allem ein Konsum-, aber auch ein Fest der Nächstenliebe. Die beste Frau der Welt fing bereits Ende Oktober an sich Gedanken über sinnvolle Geschenke zu machen. Unsere finanzielle Situation (siehe letzter Blogbeitrag) deutete damals nicht auf einen von vielen Geschenken umgebenen Weihnachtsbaum hin. Im Endeffekt haben wir es aber geschafft und konnten für ca. 65 Euro pro Kind Wünsche erfüllen. Dazu kommen unerwartete Geschenke von unseren Familien und einige tolle Sachen (ua. von unserer Amazon-Wunschliste) von irgendwelchen, teilweise wildfremden, aber richtig tollen Menschen „aus dem Internet“. Das ist der Grund, warum mir dieser Beitrag so sehr am Herzen liegt.

Ich möchte die Chance nutzen und mich bei all den Unterstützern auch hier im Blog zu bedanken. Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie glücklich ihr uns dieses Jahr, übrigens nicht nur an Weihnachten, gemacht habt. Dabei steht gar nicht so sehr irgendein materieller Wert im Vordergrund. Vielmehr ist es die unbürokratische Unterstützung. Kein Antrag, kein Druck, keine Rechtfertigung – ihr habt einfach geholfen. Ihr habt meine Eigenheiten hingenommen und berücksichtigt, sodass die Hilfe in keiner Form zur Belastung wurde. Ihr habt, und das macht dann sogar mir ein paar feuchte Augen, geholfen, obwohl wir sagten, dass es uns gut geht und andere die Hilfe sicher nötiger haben. Vielleicht ist es naiv, aber ich sehe darin den Ausdruck von Wertschätzung für mich als Mensch. Für mich, der ich im Leben außerhalb des Internets so gut wie keine Freunde habe und selbst die wenigen Freunde über ein Jahr nicht gesehen habe, bedeutet das sowas wie Freundschaft.

Bevor diese Lobhudelei ins Kitschige ausartet, möchte ich nochmal auf das bevorstehende Weihnachtsfest zurückkommen. Unsere Kinder werden morgen vermutlich mit dem Baum um die Wette strahlen. Das ist nicht selbstverständlich, das wissen wir. Daher nahmen wir an der Aktion „Paket mit Herz“ vom Mindener Tageblatt teil. Caritas, Kinderschutzbund und Co geben Bedürftigen die Möglichkeit einen Wunschzettel auszufüllen. Diese werden, anonym, an Freiwillige ausgegeben, die diese Wünsche erfüllen können und wollen. Bedürftige können Rentner sein, aber auch Behinderte, Obdachlose und Kinder. Wir haben einem 10 jährigen Mädchen die gewünschte Winterjacke gekauft. Dazu gab es zusätzlich Schminke und Süßigkeiten. Das machen wir übrigens unabhängig von eurer Unterstützung, wenngleich diese die Gedanken an unsere finanzielle Möglichkeiten verringert hat. Wir hoffen, dass sich das Mädchen genauso gefreut hat wie wir. Anderen eine Freude zu bereiten ist schließlich toll. Was wir dabei überlegt haben: Schreiben wir unsere Namen samt Adresse dazu? Ich hätte damit grundsätzlich kein Problem gehabt. Wir entschieden uns dennoch dazu, nur die Nachnamen zu nennen und auf die Adresse zu verzichten. Ansonsten könnte beim Mädchen oder ihrem Umfeld ein Druck entstehen, sich bedanken zu müssen. Das wollte ich nicht. Sie soll sich einfach nur freuen und eine schöne Weihnachtszeit haben. Darum geht es.

Weihnachtsbaum Dank
DANKE

Mit dem Ende des heutigen (ja, ich schreibe diesen Text zwischen dem 23. und 24. Dezember) heiligen Abends beginnt dann auch die letzte Woche des Jahres. Für mich war es ein aufregendes Jahr mit vielen neuen (Internet-)Bekanntschaften. Die habe ich nicht zuletzt diesem Blog zu verdanken, der im Januar sein einjähriges Bestehen feiern wird. Auch wenn es hier zwischendurch ruhiger ist, macht euch keine Sorgen und bleibt mir treu. Ich blogge weiter, denn ich sehe meine Beiträge auch als Vermächtnis an unsere Jungs, falls der Papa frühzeitig Bekanntschaft mit dem Tod machen sollte. Da ich aber noch quicklebendig bin, nutze ich die Chance:

Ich bedanke mich bei allen Leserinnen und Lesern und bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern für die Treue und die Hilfsbereitschaft in 2018. Frohe Weihnachten (oder einfach ein paar schöne Tage) und ein wundervolles und gesundes Jahr 2019 mit vielen positiv prägenden Erfahrungen.

Eine weitere Herzenssache noch zum Abschluss: Wer, im wahrsten Sinne, noch ein Last-Minute-Geschenk sucht, registriere sich doch bitte per Wangenabstrich bei der DKMS. Auch eine Geldspende hilft. Wer bereits registriert ist, überprüfe seine Daten.

Damit Erkrankte auch 2019 Weihnachten mit ihren Liebsten feiern können.

DKMS - Blutkrebs besiegen
DKMS – Registrieren, Blutkrebs besiegen

Wir lesen uns!

Euer Tim

2 Kommentare zu „Das Jahr geht zu Ende – Danke 2018

  1. Wir haben bei der Aktion „Paket mit Herz“ auch schon öfter mitgemacht und ich erinnere mich gut an das erste Mal, als ich vor den Kartons mit den diversen Kategorien saß – und mir die Tränen kamen, als ich die einzelnen Wunschzettel las… da waren so belanglose normale Alltagsgegenstände dabei und so habe ich spontan beschlossen, aus jedem Karton einen Zettel zu nehmen und mehrere Pakete zu packen.
    Da war auch ein Mädchen aus einem Kinderheim dabei. Da hat meine Stieftocher einen Brief dazu geschrieben, nur wenige Zeilen, aber eben gute Wünsche — und wir haben unsere Absender-Adresse mit aufgeschrieben und bekamen dann tatäschlich einen Brief zurück, ebenfalls in Kinderschrift. Das hat uns damals sehr gefreut, machte die Aktion etwas greifbarer als eine anonyme Spende.

    Im Übrigen wundert es mich gar nicht, dass ihr auch spendet… es sind doch zumeist diejenigen, die selber nicht genug von allem haben, die gern und völlig selbstverständlich teilen….

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  2. Das ist schön. 🙂

    Wir wollten halt keinen Druck aufbauen sich bedanken zu müssen. Das liegt wohl vor allem an mir. Ich habe oft das Gefühl, mich zu wenig für all die Unterstützung die uns im letzten Jahr widerfahren ist zu bedanken. Deshalb mochte ich das nicht an das Mädchen weitergeben. Sie soll sich freuen und einfach so weiterleben wie bisher. Wir haben das sehr gern gemacht und am liebsten hätte ich noch mehr Wünsche erfüllt. Insbesondere die aus dem dritten Topf (Behinderte/Obdachlose).

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